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Starlink testet Community-WLAN: Mit Internetzugängen Geld verdienen

Starlink erweitert sein Geschäftsmodell um ein neues Community-Konzept. Über ein „Community Host“-Programm sollen Privatpersonen, Unternehmen und lokale Betreiber einen Starlink-Anschluss bereitstellen und den Internetzugang an Menschen in ihrer Umgebung weitergeben können. Nutzer bezahlen dabei nur für die benötigte Zeit – während die Hosts an den Verbindungen verdienen.

FW
FutureWire Admin
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Der Satelliteninternet-Anbieter Starlink arbeitet an einem neuen Modell für gemeinschaftlich genutzte Internetzugänge. Auf einer inzwischen öffentlich erreichbaren „Community Host“-Seite beschreibt das Unternehmen ein System, bei dem ein einzelnes Starlink-Kit als Zugangspunkt für mehrere Nutzer dienen kann. Zielgruppe sind insbesondere Regionen, in denen klassische Breitbandanschlüsse fehlen oder nur eingeschränkt verfügbar sind.

Starlink macht aus Nutzern lokale Internetanbieter

Das Prinzip erinnert an einen kleinen WLAN-Hotspot-Betreiber: Ein sogenannter Host installiert ein Starlink-Kit an einem geeigneten Standort. Menschen in der Umgebung können sich anschließend mit dem bereitgestellten Netzwerk verbinden und zeitlich begrenzten Internetzugang erwerben.

Starlink sieht dabei unterschiedliche Zugangspässe vor. Angeboten werden sollen Zugänge für eine Stunde, 24 Stunden, eine Woche oder einen Monat. Während Stunden-, Tages- und Wochenzugänge jeweils für ein Gerät vorgesehen sind, soll der Monatspass die Nutzung mit bis zu vier Geräten ermöglichen.

Damit könnte das Angebot beispielsweise für kleinere Ortschaften, Ferienanlagen, Campingplätze, abgelegene Betriebe oder Regionen interessant werden, in denen der Aufbau einer klassischen Festnetzinfrastruktur wirtschaftlich schwierig ist.

Hosts verdienen an jeder Verbindung

Besonders interessant ist das Geschäftsmodell hinter dem Programm. Starlink erklärt ausdrücklich, dass der Betreiber eines Community-Standorts an den Verbindungen verdienen soll. Je mehr Menschen kostenpflichtigen Zugang zum bereitgestellten WLAN nutzen, desto höher könnten entsprechend die Einnahmen des Hosts ausfallen.

Wie hoch die Beteiligung tatsächlich sein wird, ist allerdings noch offen. Starlink veröffentlicht auf der derzeit verfügbaren Programmseite weder konkrete Endkundenpreise noch eine feste Provision oder Beispielrechnungen für mögliche Einnahmen. Auch unabhängige Berichte zum neuen Programm weisen darauf hin, dass sich die Wirtschaftlichkeit deshalb momentan noch nicht seriös berechnen lässt.

Starlink übernimmt Bezahlung und Nutzerverwaltung

Ein wesentlicher Vorteil für die Betreiber soll darin bestehen, dass sie nicht selbst ein Abrechnungssystem entwickeln müssen. Nach Angaben von Starlink kümmert sich das Unternehmen um Zahlungen, Nutzerzugänge und Konnektivität.

Der Host konzentriert sich damit hauptsächlich auf den Standort und die technische Bereitstellung des Starlink-Systems. Das könnte die Einstiegshürde erheblich senken und das Konzept auch für kleinere Unternehmen oder Privatpersonen interessant machen.

Starlink nennt ausdrücklich Immobilienbesitzer, Geschäftsinhaber und lokale Unternehmer als mögliche Betreiber.

Ein Starlink-Kit für mehrere Nutzer

Technisch soll bereits ein einzelnes Starlink-Kit mehrere Nutzer in der Umgebung versorgen können. Reicht die WLAN-Abdeckung nicht aus, kann das Netzwerk laut Starlink durch zusätzliche Router oder weitere Starlink-Kits erweitert werden.

Das Unternehmen weist allerdings darauf hin, dass angegebene Geschwindigkeiten Maximalwerte darstellen. Gerade wenn viele Nutzer gleichzeitig auf einen Anschluss zugreifen, kann die tatsächlich verfügbare Geschwindigkeit sinken.

Grundsätzlich verfügt Starlink inzwischen außerdem über einen speziellen Gastnetzwerk-Modus. Dabei werden die Geräte der Gäste voneinander isoliert und erhalten keinen Zugriff auf das lokale Netzwerk oder die Einstellungen der Starlink-App.

Interessant für ländliche und unterversorgte Regionen

Das Community-Modell könnte vor allem dort eine Rolle spielen, wo sich ein eigener Starlink-Anschluss für einzelne Haushalte finanziell nicht lohnt.

Anstatt beispielsweise zehn Haushalte mit jeweils eigener Satellitenantenne auszustatten, könnte ein zentraler Standort den Zugang für mehrere Menschen bereitstellen. Nutzer könnten Internetzugang dann genau für den Zeitraum kaufen, in dem sie ihn benötigen.

Damit bewegt sich Starlink ein Stück weit vom klassischen Internetanbieter hin zu einer Plattform für lokale Mikro-Netzwerke.

Das Konzept könnte unter anderem für folgende Einsatzbereiche interessant sein:

  • abgelegene Dörfer und Gemeinden
  • Camping- und Ferienanlagen
  • landwirtschaftliche Betriebe
  • kleinere Geschäfte und Restaurants
  • touristische Regionen
  • temporäre Veranstaltungen
  • Entwicklungs- und Schwellenländer
  • Regionen mit schlechter Mobilfunk- und Festnetzabdeckung

Deutschland-Start noch nicht bestätigt

Ob und wann das Community-Host-Programm flächendeckend in Deutschland verfügbar sein wird, lässt sich derzeit nicht bestätigen. Auf der offiziellen Programmseite können Interessenten sich zunächst dafür registrieren, benachrichtigt zu werden, sobald „Starlink Community“ in ihrer Region startet.

Starlink selbst ist in Deutschland längst regulär verfügbar. Das Unternehmen bietet hier verschiedene Privatkunden- und Geschäftstarife an und wirbt inzwischen mit maximal verfügbaren Geschwindigkeiten von bis zu über 400 Mbit/s.

Starlink könnte damit neue Märkte erschließen

Für Starlink ist das Community-Modell strategisch interessant. Statt ausschließlich einzelne Haushalte als Kunden zu gewinnen, könnte ein einziger Anschluss künftig zahlreiche zahlende Nutzer erreichen.

Gerade in Regionen mit geringer Kaufkraft oder dünner Besiedlung könnte dies die Wirtschaftlichkeit des Satellitennetzes verbessern. Gleichzeitig entsteht für lokale Betreiber ein finanzieller Anreiz, die notwendige Infrastruktur zur Verfügung zu stellen.

Das Programm könnte sich damit zu einer Art „Airbnb für Internetzugänge“ entwickeln: Starlink liefert Infrastruktur und Abrechnungssystem, lokale Hosts stellen den Standort bereit und Nutzer kaufen bei Bedarf Zugang.

Mit dem Community-Host-Programm versucht Starlink ein interessantes neues Vertriebsmodell. Ein Starlink-Kit soll nicht mehr zwangsläufig nur einen Haushalt oder ein Unternehmen versorgen, sondern als kommerzieller Internet-Hotspot für eine ganze Umgebung dienen.

Besonders spannend ist die Kombination aus flexiblen Stunden-, Tages-, Wochen- und Monatspässen sowie einer Umsatzbeteiligung für den Betreiber. Entscheidend für den Erfolg werden allerdings die noch unbekannten Preise, Provisionen und konkreten Konditionen für Hosts sein.

Sollte Starlink das Modell international ausrollen, könnte daraus eine zusätzliche Möglichkeit entstehen, abgelegene Gebiete vergleichsweise schnell mit Breitbandinternet zu versorgen – ohne dort zunächst Glasfaser- oder Mobilfunknetze errichten zu müssen.

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