ServiceTitan-Umfrage: Viele US-Servicebetriebe testen KI, Nutzen variiert
Eine neue Befragung gewerblicher Servicebetriebe zeigt eine Lücke zwischen KI-Erprobung und deutlich messbarem Nutzen. Die Ergebnisse beziehen sich auf die USA.
Befragung unterscheidet Tests und laufenden Einsatz
ServiceTitan hat am 24. September seinen Commercial State of the Trades Report veröffentlicht. Thrive Analytics befragte dafür im Juli online 1.020 Inhaber und Führungskräfte gewerblicher Servicebetriebe in den USA, vorwiegend aus den Bereichen Gebäudetechnik, Elektro und Sanitär.
62 Prozent gaben an, KI erprobt oder eingeführt zu haben. 33 Prozent berichteten über aktive Nutzung beziehungsweise eine breitere Einbindung. Unter den KI-Nutzern nannten 59 Prozent einen positiven Einfluss; 15 Prozent meldeten einen deutlich positiven Effekt mit klarem wirtschaftlichem Nutzen. Diese Gruppen und Bezugsgrößen sollten nicht vermischt werden.
Selbstauskunft ersetzt keine Wirkungsmessung
Die Untersuchung wurde im Auftrag eines Softwareanbieters durchgeführt. Sie beschreibt Einschätzungen der Befragten, keine kontrollierte Messung der durch KI verursachten Veränderung. Auch lässt sich aus der US-Stichprobe keine entsprechende Nutzungsquote für deutsche Handwerksbetriebe ableiten.
Einordnung: Ein klarer Vorgang macht Ergebnisse vergleichbar
Für einen einzelnen Betrieb wäre eine abgegrenzte Aufgabe aussagekräftiger als die allgemeine Frage, ob irgendwo KI verwendet wird. Bei der Terminvorbereitung könnte beispielsweise geprüft werden, ob benötigte Angaben vollständiger vorliegen und weniger Rückfragen entstehen. Die Zahl gestarteter KI-Anfragen allein würde diesen Nutzen nicht erfassen.
Ein Vergleich sollte auch zusätzlichen Kontrollaufwand berücksichtigen. Wenn ein automatisch vorbereiteter Vorgang schnell entsteht, anschließend aber mehrfach korrigiert werden muss, kann der Vorteil schrumpfen. Umgekehrt wäre eine kleine Zeitersparnis bei häufig wiederkehrenden Aufgaben durchaus relevant.
Die aktuelle Befragung macht diese Unterscheidung sichtbar: Ausprobieren, dauerhafter Einsatz und nachweisbarer Mehrwert sind verschiedene Stufen. Welche davon ein Betrieb erreicht, lässt sich am besten anhand konkreter Ergebnisse seiner eigenen Arbeitsabläufe beurteilen.

Kommentare