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Milliardenklage von Sony Music und Warner gegen Anthropic

Die Musikgiganten Sony Music Publishing und Warner Chappell Music haben eine umfassende Milliardenklage gegen das KI-Unternehmen Anthropic eingereicht. Hintergrund sind schwerwiegende Vorwürfe, wonach Anthropic zehntausende urheberrechtlich geschützte Musikwerke – darunter internationale Hits wie „All I Want for Christmas Is You“ oder „Eye of the Tiger“ – illegal genutzt haben soll, um seine KI-Modelle der Claude-Reihe zu trainieren.

FW
FutureWire Admin
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Songtexte, Musikkompositionen und Millionen Bücher betroffen

Im Zentrum der Klage stehen vor allem Songtexte, die Claude auf Anfrage reproduzieren kann. Laut den Klägern wurden diese Texte aus lizenzierten Quellen wie MusixMatch und LyricFind kopiert, ohne entsprechende Nutzungsrechte zu erwerben. Zusätzlich soll Anthropic über Torrent-Netzwerke Millionen Bücher aus Schattenbibliotheken wie LibGen und Pirate Library Mirror heruntergeladen haben – darunter auch zahlreiche Songbücher und Notenblätter.

Vier Klagepunkte – auch Gründer persönlich angeklagt

Die Klageschrift umfasst vier zentrale Vorwürfe:

  • Direkte Urheberrechtsverletzung durch Torrent-Downloads geschützter Werke
  • Entfernung oder Veränderung von Copyright-Informationen in digitalen Dateien
  • Systematisches Kopieren von Musikkompositionen für Trainingsdaten
  • Persönliche Haftung der Gründer Dario Amodei und Benjamin Mann

Insbesondere die Nutzung von BitTorrent wird als „offener Raubkopie-Handel in massivem Umfang“ beschrieben. Mann soll allein fünf Millionen Bücher über Schattenbibliotheken bezogen haben.

Schadensersatz in Milliardenhöhe möglich

Die Labels fordern bis zu 150.000 US‑Dollar pro vorsätzlich verletztem Werk sowie zusätzliche 25.000 US‑Dollar für jeden Fall, in dem Copyright‑Metadaten entfernt wurden. Da die Klage „zehntausende“ betroffene Kompositionen nennt, könnte die theoretische Haftungssumme für Anthropic in den mehrstelligen Milliardenbereich steigen.

Branchenweite Konsequenzen für KI‑Training

Die Klage reiht sich ein in eine Serie von Verfahren gegen KI‑Unternehmen, die urheberrechtlich geschützte Inhalte zum Training nutzen. Bereits zuvor hatte Anthropic einen Rechtsstreit mit Buchverlagen über 1,5 Milliarden US‑Dollar beigelegt – ohne Präzedenzfall, aber mit deutlichen Warnsignalen für die gesamte KI‑Industrie. Nun stehen erstmals alle drei großen Musikverlage gegen Anthropic vereint vor Gericht.

Die Milliardenklage von Sony und Warner markiert einen neuen Höhepunkt im Konflikt zwischen Kreativindustrie und KI‑Entwicklern. Sollte das Gericht den Klägern folgen, könnte dies weitreichende Auswirkungen auf die Nutzung urheberrechtlich geschützter Inhalte im KI‑Training haben – und die Branche zu grundlegenden Veränderungen zwingen.

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