EU-Kommission fordert stärkeren Schutz für Minderjährige auf TikTok
Die EU-Kommission hat TikTok im Rahmen des Digital Services Act (DSA) erneut unter Druck gesetzt. Grund: Die Plattform schützt minderjährige Nutzer nach Einschätzung der Behörde nicht ausreichend. Ein vorläufiges Ergebnis der laufenden Untersuchung zeigt mehrere Verstöße gegen die europäischen Sicherheits- und Jugendschutzanforderungen.
Öffentliche Profile von Minderjährigen als Risiko
Besonders kritisch sieht die EU-Kommission, dass Kinder und Jugendliche ihre Konten öffentlich stellen können. Dadurch werden Inhalte für jeden sichtbar – selbst für Personen ohne TikTok-Account. Dies erhöht das Risiko für unerwünschte Kontaktaufnahmen, Cybermobbing, Grooming und andere Formen digitaler Ausbeutung.
Empfehlungsalgorithmus verstärkt die Sichtbarkeit
Auch der „For You“-Feed steht in der Kritik: Inhalte von 16- und 17-Jährigen werden anderen Nutzern vorgeschlagen, was laut Kommission ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellt. Minderjährige können zudem trotz privater Einstellungen über Profilbilder oder Follower-Listen auffindbar bleiben.
EU fordert strengere Standardeinstellungen
Die Kommission verlangt, dass TikTok die Sichtbarkeit jugendlicher Inhalte massiv einschränkt. Standardmäßig sollen Posts Minderjähriger nur für bestätigte Follower sichtbar sein – niemals für ein globales Publikum außerhalb der Plattform.
Hohe Strafen möglich
Falls TikTok die geforderten Änderungen nicht umsetzt, drohen empfindliche Sanktionen. Der DSA erlaubt Bußgelder von bis zu 6 % des weltweiten Jahresumsatzes. TikTok kann nun Stellung nehmen und muss nachweisen, dass die Plattform Minderjährige künftig wirksam schützt.
Warum das Thema jetzt besonders relevant ist
Mit rund 178 Millionen EU-Nutzern – darunter viele Kinder und Jugendliche – zählt TikTok zu den wichtigsten sozialen Netzwerken Europas. Die Kombination aus algorithmischer Verstärkung, hoher Nutzung und unzureichenden Schutzmechanismen macht die Plattform besonders anfällig für Risiken wie Grooming, Cybermobbing und übermäßige Bildschirmzeit.
Die EU-Kommission setzt ein klares Signal: TikTok muss seine Jugendschutzmaßnahmen deutlich verschärfen. Die Plattform steht unter Beobachtung – und bei fehlender Kooperation drohen Milliardenstrafen. Für Eltern, Jugendliche und Plattformbetreiber ist dies ein entscheidender Schritt hin zu mehr digitaler Sicherheit in Europa.
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