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BCG-Studie: Fast die Hälfte der untersuchten Unternehmen zieht Nutzen aus KI

Der Applied AI Index 2026 beschreibt Fortschritte beim Unternehmenseinsatz von KI. Zugleich zeigt die Befragung eine Lücke zwischen geplanten Agentenbefugnissen und vorhandenen Kontrollen.

FW
FutureWire Admin
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Mehr Unternehmen kommen über die Experimentierphase hinaus

Boston Consulting Group hat am 30. September den Applied AI Index 2026 vorgestellt. Die Untersuchung beruht auf einer Befragung von 1.330 Führungskräften. BCG ordnet 7,5 Prozent der Unternehmen einer besonders fortgeschrittenen Gruppe zu; weitere 41 Prozent skalieren ihren KI-Einsatz. Beide Gruppen erzielen laut Auswertung einen wirtschaftlich relevanten Nutzen.

Die gemeldeten KI-Ausgaben entsprechen inzwischen 3,3 Prozent des Umsatzes. Gleichzeitig erwarten 42 Prozent der Befragten, KI-Agenten bis 2030 echte Entscheidungsbefugnisse zu geben. Nur fünf Prozent verfügen der Studie zufolge bereits über das vollständige dafür vorgesehene Kontrollinstrumentarium.

Was die Zahlen belegen – und was offenbleibt

Die Ergebnisse beschreiben eine Befragung und die Einteilung des Beratungsunternehmens. Sie beweisen nicht, dass KI allein Unterschiede beim Geschäftserfolg verursacht. Ebenso sind Erwartungen für 2030 keine bereits eingetretenen Veränderungen.

Für die Einordnung wäre beispielsweise relevant, ob erfolgreiche Unternehmen schon vor einem KI-Projekt über besser strukturierte Abläufe verfügten. Wer seine Prozesse genau kennt, kann sowohl leichter automatisieren als auch den Erfolg besser messen. Um Ursache und Wirkung zu trennen, müsste ein Vergleich solche Ausgangsbedingungen berücksichtigen.

Einordnung: Vom beeindruckenden Ergebnis zum messbaren Nutzen

Ein praktisches Beispiel wäre die Bearbeitung von Kundenanfragen. Ein Assistent kann einen Antwortentwurf schneller formulieren. Daraus entsteht jedoch erst dann ein belastbarer Vorteil, wenn die gesamte Bearbeitungszeit einschließlich Prüfung und Korrektur sinkt und die Antwortqualität mindestens erhalten bleibt.

Ein sinnvoller interner Vergleich sollte deshalb ähnliche Anfragen mit und ohne KI-Unterstützung betrachten. Neben Minuten pro Fall gehören Rückfragen, fehlerhafte Auskünfte und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden in die Auswertung. Ein einzelner gelungener Demonstrationsfall reicht dafür nicht aus.

Bei handelnden Agenten kommt eine weitere Ebene hinzu: Wer darf welchen Schritt freigeben, welche Änderung ist rückgängig zu machen und wie werden unerwartete Kosten sichtbar? Diese Fragen lassen sich bereits an einem kleinen, klar abgegrenzten Ablauf beantworten. So würde aus einer allgemeinen Investitionsentscheidung ein überprüfbarer betrieblicher Versuch.

Quellen

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